Kleine Biene - große Helferin

"Ich finde es spannend, von der Natur zu lernen"

interview: sandy brüls, bald imkerin

ZISCH 2015

gesundheit: wie man im Urlaub möglichst gesund und fit bleibt

Mittags die Sonne meiden

St.Vith
Die Abenteurer-Klasse des ZFP St. Vith hat die örtliche Filiale der Freien Krankenkasse besucht. Dort erfuhren sie, was man tun kann, um im Urlaub gesund zu bleiben und wie man sich für eine Reise richtig absichert.

Bei der Reise gibt es einige Dinge zu beachten:

Während der Fahrt soll man viel trinken, um nicht auszutrocknen. Zu langes Sitzen im Auto kann eine Blutstauung verursachen, die gefährlich werden kann. Es ist deshalb ratsam, Pausen einzulegen und sich etwas zu bewegen. Impfschutz: Vor der Reise sollte man sich informieren, welche Impfungen in welchem Land nötig oder verpflichtend sind. Bei der Einreise muss man eventuell den Impfpass vorzeigen.

Auch wenn man nicht verreist, ist die Tetanus – Impfung wichtig.

Urlaub in warmen Ländern: In südlichen Ländern ist es ratsam, sich langsam an die Hitze zu gewöhnen. Um zu starke Temperaturschwankungen zu vermeiden, sollte man die Klimaanlage nicht zu stark einstellen.

Der Verzehr von rohen Nahrungsmitteln ist nicht unbedenklich, denn Fleisch und Fisch könnten Salmonellen enthalten, wenn sie nicht frisch sind.

In vielen Ländern ist das Leitungswasser nicht so sauber, deshalb soll man es nicht trinken und auch keine Eiswürfel aus Leitungswasser herstellen.

Sonnenschutz: Mindestens dreißig Minuten bevor man in die Sonne geht, soll man sich gut eincremen.

Selbst wenn auf der Verpackung steht, dass die Sonnenmilch wasserfest ist, sollte man sich nach dem Schwimmen auch eincremen.

Während der Mittagszeit meidet man die Sonne am besten ganz, um keinen Sonnenstich oder Verbrennungen zu erleiden.

Auch wenn es bewölkt ist, besteht das Risiko eines Sonnenbrandes.

Zum Schutz für die Netzhaut der Augen, ist es besser, eine Sonnenbrille zu tragen.

Zeckenbisse: Beim Spazieren sollte man hohes Gras und Sträucher meiden, denn da könnten Zecken lauern. Zecken übertragen Krankheiten wie Borreliose. Wenn man vom Spazieren kommt, sucht man den Körper nach Zeckenbissen ab, denn man spürt den Biss meist nicht. Hat sich eine Zecke am Körper festgebissen, wird sie mit einer Zeckenzange in einer Drehbewegung herausgezogen.

Gut versichert: Was passiert, wenn man doch im Urlaub erkrankt? Wer übernimmt die Kosten im Falle eines Unfalls?

Belgien hat mit vielen Ländern in Europa und sogar mit Australien ein Abkommen, das besagt, dass wir so behandelt werden, als seien wir Bürger dieses Landes.

Die Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte genügt, um sich im europäischen Ausland bei einem Unfall oder einer akuten Erkrankung medizinisch behandeln zu lassen.


Schüler der Schule Hinderhausen haben mit der angehenden Imkerin Sandy Brüls ein Interview geführt.


Wieso interessieren Sie sich für Bienen? Sind es Ihre Lieblingstiere?

Durch die Bienen lernt man die Natur besser kennen. Es sind nicht meine Lieblingstiere.

Was finden Sie an Ihren Bienen so interessant?

Ich mag sehr gerne den Honig, den die Bienen produzieren und ich unterstütze so das Ökosystem.

Mit wie viel Jahren haben Sie sich für Bienen interessiert?

Mein Großonkel ist Imker. Ich hab ihm mit 23 Jahren immer wieder Fragen zu Bienen gestellt.

Woher bekommen sie Ihre Bienen?

Ich bekomme meine Bienen von meinem Großonkel.

Wie viele Bienen haben Sie in Ihren Bienenstöcken?

Es hängt vom Wetter und von der Bienenkönigin ab.

Sterben viele Bienen von ihnen?

Manchmal sterben die Bienen, weil die Bauern die Felder spritzen.

Wie viel Honig produzieren die Bienen pro Tag in einem Bienenstock?

Es ist unterschiedlich, man darf nicht den ganzen Honig nehmen, denn die Bienen ernähren sich auch von Honig.

Welche Arten von Bienen haben Sie?

Ich habe Hausbienen, denn Wildbienen sind sehr selten.

Möchten Sie den Honig, den Ihre Bienen produzieren, verkaufen?

Ja, ich verkaufe den Honig, den die Bienen produzieren. Wir haben auch Obstbäume gepflanzt, dann können meine Bienen sie bestäuben.

Möchten Sie uns noch etwas erzählen?

Ja, ich finde, es ist spannend von der Natur zu lernen und man lernt neue Blumenarten kennen.

Kleine Bienen sind nicht sehr groß, aber sie können unsere Blüten, aus denen danach Früchte wachsen, bestäuben. Dieses Obst kommt dann in unsere Supermärkte, genau wie der Honig. Ohne die Bienen gäbe es das alles nicht und die Supermärkte wären leer. Damit Bienen nicht aussterben, müssen wir Wildblumen, Obstbäume, Kräuterpflanzen, Sommerblüher und vieles mehr anpflanzen.

Es gibt verschiedene Bienenarten:

Die Hummel: Sie saugt den Nektar an einer Salbeiblüte. An ihrem Pelz bleibt der Blütenstaub hängen.

Die Wildbiene: Sie sammelt Nektar mit ihrem Körper auf.

Die Honigbiene: Sie verwandelt den süßen Nektar in Honig.

In einem Bienenstock leben 50.000 bis 100.000 Arbeiterinnen. Die Königin ist die Mutter aller Bienen. Sie legt täglich ungefähr 53.000 Eier und ist ca. 2 cm groß. Die Drohne ist ungefähr 1,7 cm lang, die Arbeiterinnen werden ca. 1,4 cm groß.


Schulprojekt: Medienwerkstatt mit kreativen ergebnissen

Menschen fliegen durch den Raum

Herbesthal
von Pascal Mülverstedt und Niklas Dahlen

In der Gemeindeschule Herbesthal wurde wieder eine Medienwerkstatt eingerichtet, aus der zahlreiche kreative Arbeiten hervorgegangen waren.


Medienwerkstatt in Herbesthal: Was ist das, haben wir uns anfangs gefragt. Schon seit einigen Jahren kommt im September Shamy Richter in unsere Klassen und fragt die Schüler der Oberstufe, wer Lust hätte, bei einer Medienwerkstatt mitzumachen. Dieses Jahr fanden sich schnell fünfzehn Schüler, die mit Computer, Videokamera, Mikrofon usw. arbeiten wollten. Alle vierzehn Tage trifft sich die Gruppe in den Räumen der alten Schule Herbesthal.

Bei einem der ersten Male kam Shamy Richter mit einer grünen Wand, einer Kamera und Apple Computern. Er zeigte uns ein paar Videos, die er vorher gemacht hat. Filme zu schneiden und auf Garagen-Band arbeiten waren so die ersten Schritte, die wir am Computer machten. Die Programme, die wir benutzen, sind Final Cut Pro X, Motion, Safari für Hintergründe in den Videos und Garagen. Dort mixen wir zum Beispiel Schlagzeugsolos mit Gitarrensolos zusammen.

Mit der Zeit werden wir immer besser am Computer. Mikrofone anschließen, mit der Kamera umgehen, Ereignisse filmen, Computer oder grüne Wand aufbauen, und viele andere Sachen fallen uns nach ein bis zwei Jahren schon viel leichter. Alle Videos, die gemacht worden sind, kann man online auf Vimeo sehen, dann Artivi eingeben und angucken. Das bekannteste Video heißt Apfelbaum, es wurde weit über achtzig Mal angeschaut. Es gibt die Filmwerkstatt aber nicht nur in Herbesthal, sondern auch in Walhorn und in Lontzen.

Eine Nachrichtensendung erstellt

Jedes Jahr bringt Shamy Richter uns alle zu seinem Studio in Eupen. Das Programm, das er dieses Jahr vorgeschlagen hat, ist, Menschen fliegen zu lassen, natürlich nur virtuell. Man kann aussuchen, ob man entweder vor Spaniens Küste oder bis zum Weltraum fliegen will. Beim Projekt des vergangenen Jahres bestand die Aufgabe darin, selber eine Nachrichten-Sendung zu erstellen.

Die Nachrichten hießen „Herbesthal News“. Sie handelten von der Karnevalsfeier in der Gemeindeschule Herbesthal.


INterview: Rallyestar Thierry Neuville

Kein Tag wie ein anderer

Hinderhausen

Seit Tagen sind die Schüler Simon Piep und Jason Schöpges aus der Schule Hinderhausen schon ganz aufgeregt: ein Interview mit Thierry Neuville! Der viel beschäftigte Rallye-star hat den Schülern ihre Fragen per Mail beantwortet.


Wie bist du zum Rallyesport gekommen? Bist du von klein auf rallyebegeistert?

In meiner Familie war Motorsport immer beliebt und ich hatte in meiner Kindheit die Gelegenheit bei einigen Rallyes oder auch an der Rennstrecke in Spa als Zuschauer dabei zu sein. Schnelle Autos haben mich immer fasziniert aber ganz besonders der Rallyesport. Rutschende Autos, dreckige Straßen,…. waren für mich interessanter als die Autos auf der Rennstrecke in Spa.

Warum wolltest du bei Hyundai bleiben?

Als ich zu Hyundai gewechselt bin, war das Ziel relativ klar und ich wusste, dass es etwas Zeit brauchen wird, bevor wir konkurrenzfähig sein werden. Leider hat sich das Ganze etwas schwieriger herausgestellt als gedacht und verschiedenste Probleme haben zu Verspätungen geführt. Aber die Entwicklungsarbeiten für das neue Auto 2016 laufen gut, und somit ist das sehr viel versprechend für die kommende Saison.

Verbringst du in deiner Freizeit viel Zeit mit deiner Familie?

Eine Saison in der Rallye besteht aus 13 WM-Läufen, womit wir im Januar beginnen und im November enden. Das heißt, dass wir das ganze Jahr über sehr beschäftigt (ca. 260-280 Tage auf Reise) sind und nur wenig Freizeit haben. Dennoch nutze ich diese freien Tage gut. Besonders um Freunde und Familie zu treffen.

Was würdest du machen wenn du kein Rallyefahrer geworden wärst?

Das weiß ich selbst nicht genau. Nach meinem Abitur habe ich kurz in Luxemburg als CNC-Fräser gearbeitet, aber da wäre ich wohl nicht mein Leben lang geblieben. Dafür war ich zu sehr an Motorsport und Autos interessiert. Instruktor für irgendeinen Hersteller, Reifentester oder ähnliches wären wohl eher für mich in Frage gekommen.

Willst du irgendwann zu einem Top Team wechseln wie zum Beispiel Volkswagen?

Ich denke, mit Hyundai bin ich in einem der Top Teams. Aber es ist nicht gelogen zu sagen, dass Volkswagen zur Zeit den anderen Teams überlegen ist. Mal schauen, was die Zukunft noch so bringt.

Macht es dir noch Spaß auf kleinen Rallyes, die nicht in der WRC sind, zum Beispiel der East Belgian Rallye zu fahren?

Eher weniger, aber die East Belgian Rallye ist für mich immer ein Highlight, besonders wenn ich dort wie im vergangenen Jahr mit um den Sieg kämpfen kann.

Es ist für mich halt auch wichtig, eine gute Show für meine zahlreichen ostbelgischen Fans zu liefern und organisatorisch der Veranstaltung zu mehr Zuschauerzahlen zu verhelfen. Mal schauen, ob es sich für dieses Jahr wieder einrichten lässt?!

Was ist deine Lieblings-Rallye?

Ich mag besonders Asphaltrallyes wie die Deutschlandrallye, wo wir letztes Jahr unseren ersten WM-Sieg eingefahren haben. Die Stimmung ist dort immer besonders gut, denn hunderttausende belgische Fans drücken uns vom Streckenrand aus die Daumen.

Ansonsten auf Schotter mag ich die Finnlandrallye besonders gerne mit ihren schnellen Wertungsprüfungen und den vielen Sprüngen.

Bist du zufrieden mit deinen Leistungen?

Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Eine schnellere Karriere vom Amateur zum Profi hat vor mir noch keiner geschafft. Nach nur vier Jahren habe ich es von der belgischen Meisterschaft bis in die WRC geschafft. In meiner zweiten Saison in der WRC gelang uns bereits regelmäßig der Sprung aufs Treppchen und konnten so die Saison als Vize-Weltmeister beenden. Dennoch hat es schwierige Moment gegeben und auch jetzt gibt es noch Tage und Wochen, wo es weniger rund läuft. Dann muss man besonders viel arbeiten, um so schnell wie möglich wieder seinen Speed zu finden und gute Resultate einfahren.

Wie sieht dein Tagesablauf aus?

Bei mir gibt es keinen regelmäßigen Tagesablauf. Jeder Tag ist anders! Viel Zeit verbringe ich mit reisen, am Flughafen oder in der Luft, im Verkehr auf der Autobahn,… Sport gehört eigentlich zu einer meiner regelmäßigsten Aktivitäten. So oft es geht versuche ich mich körperlich fit zu halten: Laufen, Fitnessstudio, Crossfit, Squash.

Ist dein Alltag stressig?

Mein Alltag ist sehr stressig, aber solange es mir weiterhin soviel Spaß macht, nehme ich den Stress gerne in Kauf.

Achtest du auch als Rallyefahrer darauf, dass du schlank bleibst?

Wie bereits vorher erklärt, ist Fitness für uns Rallyefahrer sehr wichtig. Sportlich fit sein bringt uns vor allem eine bessere Konzentration und ganz besonders Ausdauer.

Während einer Rennwoche, die für uns immer dienstags beginnt und sonntags endet, arbeiten wir in sechs Tagen zwischen 85 und 90 Stunden. 

Dabei muss man von Beginn der Erkundungsfahrten der Strecken bis zum Ende der Rallye voll konzentriert sein, ansonsten passieren Fehler und auch Unfälle.

In Malmedy ist zur Zeit ja die Ausstellung über Rallyesport. Wie ist es für dich, dort Autogramme zu geben?

Natürlich habe ich nicht immer Lust auf solche Autogrammstunden, Fototermine, Sponsorengespräche, aber dies gehört nun einmal zu meinem Beruf und sie sind auch überaus wichtig. In der heutigen Zeit genügt es lange nicht mehr nur gut fahren zu können. Man muss heute sehr komplett sein, die Teams müssen ihre Fahrer (Crew) als gutes und vorbildhaftes Produkt vermarkten können.

Ist es schön, ein Star im Rallyesport zu sein?

Klar ist es für mich etwas ganz Besonders jetzt selbst zu einem der Fahrer zu gehören, von welchen ich früher immer geträumt habe. Zudem konnte ich viele meiner Idole mittlerweile persönlich treffen. Das sind dann die besonders schönen Momente in meinem Beruf.


Bankenwesen: schüler besuchen KBC-Filiale in st.vith

Geld ist eine spannende Sache

St.Vith

Das 6. Schuljahr des Königlichen Athenäums St.Vith besuchte die KBC in St.Vith. Die 26 Schüler hatten im Vorfeld einen Fragebogen erarbeitet und stürmten am frühen Morgen die Filiale.

Natürlich wussten wir, dass wir mit unserer Vermutung KBC = „Kinder brauchen Chips“ ganz schön daneben lagen. Sehr schnell erfuhren wir von den freundlichen Angestellten Anne und Martina, was wirklich hinter den drei Buchstaben steckt. 1998 schlossen sich die drei belgischen Unternehmen Kreditbank, ABB Versicherungen und die CERA Bank zusammen und nannten sich fortan KBC. Der Hauptsitz der Bank befindet sich in Brüssel.

Als wir dann erfuhren, dass die KBC weltweit annähernd zehn Millionen Kunden zählt und 186 Milliarden Euro betreut, waren wir ganz schön beeindruckt.

Stellen Sie sich vor: In Belgien hat die KBC mehr als 3,3 Millionen Kunden. Viele Angestellte regeln den täglichen Bankbetrieb, und ihre Arbeit ist sehr vielseitig. Kundenberatung, Verkauf von Versicherungen sowie Abschlüsse von Krediten gehört zu ihren Aufgaben.

Wie viel Geld befindet sich in einer Bank?

„Wie viele Millionen Euro befinden sich in St. Vith in der KBC Filiale?“ Diese Frage durften uns die beiden Angestellten aus Sicherheitsgründen nicht beantworten. Uns blieben also nur Spekulationen. Wir gehen aber von einer sehr hohen Summe aus, da sich Geld im Bankautomaten, am Kundenschalter und in den Schließfächern des Tresors befinden.

Natürlich hatten wir insgeheim auf eine spannende Story gehofft. Aber die KBC St. Vith ist glücklicherweise bis zum heutigen Tag von Bankräubern verschont geblieben. Martina erklärte uns, was im Falle eines Überfalls zu tun ist. Sicher werden Sie, liebe Leser, Verständnis dafür haben, dass wir über das Vorgehen in einer solchen Ernstsituation nicht weiter berichten. Wir möchten keine potenziellen Räuber anlocken. Aber wer ersetzt das gestohlene Geld bei einem Überfall? Habe ich dann plötzlich kein Geld mehr auf dem Konto? Wir wurden beruhigt.

Da die Bank versichert ist, braucht der Kunde sich keine Sorgen um sein Geld zu machen.

Ausgetüfteltes Computersystem

Für die Herausgabe der Geldscheine am Bankautomaten ist ein ausgetüfteltes Computersystem verantwortlich. Das hat uns beeindruckt.

Ganz genau ließen wir uns den Geldautomaten und seine Funktionen erklären. Die Bankangestellten sind jedoch für die Fütterung des Automaten verantwortlich.

Mehrmals wöchentlich wird er aufgefüllt und regelmäßig geleert. Interessant fanden wir auch, dass der Automat an besonderen Tagen mit höheren Summen gefüllt wird. Jetzt interessierte uns, ob wir Kinder eine Bankkarte besitzen dürften. „Ja“, war die Antwort. Bereits mit zehn Jahren ist es erlaubt, eine Bankkarte zu haben, jedoch nur mit Vollmacht der Eltern.

Wie im Flug verging die Zeit in der Filiale. Der Tresor mit den vielen Schließfächern, die Geldzählmaschine, die Technik des Bankautomaten und die tollen Erklärungen von Anne und Martina haben uns gezeigt, dass das „Geschäft mit dem Geld“ eine ganz spannende Sache ist.


Theater: Schüler der SGU Eupen reisen gemeinsam durch die Zeiten

Ein Koffer voll Vergangenheit

Eupen
Von Philipp Knodt, Noah Lennertz, Mohammed Adnan und Cazim Komina

Kürzlich führte die SGU in der Schulmensa ein Theaterstück namens „Die Zeitreise“ auf. Viele Kinder der SGU vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse hatten Lampenfieber.

Trotz der warmen Temperaturen im Saal liefen die Vorstellungen reibungslos ab.

Was geschieht in dem Theaterstück? Tom und Luna sind die Hauptdarsteller des Stücks und verbringen ihre Ferien bei ihrem Großvater.

Ein Buch wird zur wunderbaren Zeitmaschine

Es regnet, deshalb spielen sie auf dem Speicher. Sie öffnen einen alten Koffer. Darin finden sie allerlei Sachen aus vergangenen Zeiten, die sie kommentieren. Aus einem alten Buch fällt ein uraltes Pergament heraus, das einer Schatzkarte ähnelt. Das Buch erweist sich als wunderbare Zeitmaschine, mit der man in die Vergangenheit reisen kann.

Vom Speicher aus reisen Tom und Luna zu den Indianern, wo sie an den Marterpfahl gebunden werden. Durch das Umblättern der Seite können sie glücklicherweise fliehen. Sie landen bei den Kelten. Der Druide bietet ihnen eine leckere Suppe an.

Ihre Reise führt sie nun ins Mittelalter. Dort helfen sie einer traurigen Prinzessin bei der Flucht aus dem Turm. Die nächste Etappe führt sie in die Neuzeit. Die Arbeiter beklagen sich und fürchten um ihre Arbeitsstelle, da der Fabrikdirektor allerlei neue Maschinen anschafft.

Später landen sie im Ersten Weltkrieg. Sie erhalten von König Albert einen Orden, weil sie sich so tapfer geschlagen haben.

Auf einem Platz in Brüssel helfen ihnen zwei Damen bei der Orientierung in der großen Stadt und warnen vor der Straßenbahn. Im Zweiten Weltkrieg helfen sie den geschwächten Moorsoldaten. Zuletzt landen sie wieder auf dem Speicher. Sie erzählen ihrem Opa all ihre Erlebnisse und zeigen ihm die Andenken.



                     

nachgefragt bei einigen Hauptdarstellern des stückes

Der Opa war der Star

Eupen

Interviews mit einigen Hauptdarstellern des Stücks

Von Mathieu Nix, Ines El-Ghazy, Ben Kubben


Mit einigen Kindern haben wir ein Interview geführt. Zusammengefasst hier nun die Ergebnisse:

Wieso wolltest du mitmachen?

Die meisten Kinder wollten mitspielen, weil es ihnen Freude bereitet Theater zu spielen.

Wie hast den Text geübt?

Alle Kinder haben den Text zunächst alleine gelesen und ihn auswendig gelernt. Später haben einige Kinder den Text vor Müttern oder Geschwistern vorgetragen.

Welche Rolle hattest du oder welche hättest du lieber gespielt?

Folgende Kinder sind interviewt worden: der Fabrikdirektor Peters (Noah Lennertz), der Druide bei den Kelten (Philipp Knodt), der Opa (Marlon Cremer), der Tom der ersten beiden Szenen (Sanela Ismic), die Luna der letzten drei Szenen (Salematou Coumbassa), die beiden Passantinnen in Brüssel (Eva Carperls und Lucia Grandrath) und der König (Paul Schmitz).

Die meisten Kinder waren sehr zufrieden mit ihren Rollen. Sie hätten aber auch gerne eine andere Rolle gespielt.

Was fandest du am lustigsten am Theater?

Hier sind sehr unterschiedliche Antworten gegeben worden: Ein Freund, der komische Grimassen zog, die ironische Bemerkung „Toller Schatz“ von Luna, die Rolle der Indianer, das Auftreten des Königs mit seinen Soldaten, der Regenschirmtanz auf dem Platz in Brüssel und der Maschinentanz der Mittelstufe in der Neuzeit waren die Highlights der interviewten Kinder.

Was hat dir Spaß gemacht?

Vielen Kindern hat das Proben sehr viel Spaß gemacht. Die gemeinsame Durch- und Vorführung des Projekts war für viele Kinder ein schönes Gefühl. Einigen Kindern hat einfach alles Spaß gemacht.

Wie hast du dich gefühlt, als du auf der Bühne vor so vielen Menschen standest?

Für ein Kind war es ein Alptraum! Manche Kinder waren sehr aufgeregt und hatten großes Lampenfieber. Andere hingegen haben sich sehr wohl gefühlt - der Opa sogar wie ein Star


Interview: Goldschmied Marc siquet aus montenau

Man braucht Geduld und Geschick

Marc Siquet ist ein Goldschmied aus Montenau und stellt in seinem Atelier viele handgefertigte Schmuckstücke her. Schüler der Gemeindeschule Iveldingen befragten ihn zu seiner Arbeit.

Wie bist du zu dem Beruf bzw. zu dem Berufswunsch gekommen?

Ich habe zuerst ein Architekturstudium angefangen und das gefiel mir nicht so gut. Dann haben mich Bekannte auf die Idee gebracht, Goldschmied zu werden.

Wie lange muss man für diesen Beruf studieren? Oder macht man eine Lehre?

Ich habe eine Schule besucht und zwar vier Jahre lang. Nach dieser Zeit hat man nur eine Basis, man kann sich aber noch nicht selbstständig machen, weil man noch nicht genug weiß. Eine Lehre kann man auch machen, aber es ist schwierig eine Lehrstelle zu finden.

Was muss man können, um diesen Beruf auszuüben?

Man braucht vor allem Fingerfertigkeit, Kreativität, gute Augen, Geduld, Geschick und ein gutes Vorstellungsvermögen. Man muss außerdem gut zeichnen und sorgfältig arbeiten können. Ich hatte sogar mal jemanden hier, der im Rollstuhl saß. Der Beruf eignet sich für Leute im Rollstuhl, da das meiste im Sitzen gemacht wird.

Woher bekommst du das Gold?

Ich persönlich kaufe das Gold in Antwerpen.

Woran erkennt man die Echtheit von Gold und Diamanten?

Um die Echtheit von Gold zu überprüfen, gibt es verschiedene Säuren. Ich nehme z.B. das Schmuckstück und mache einen Strich damit auf einem Untergrund. Dann beträufle ich den Strich mit der Säure. Wenn der Strich bleibt, ist es echtes Gold, und sonst nicht. Für Diamanten gibt es Diamantentester, die mit einem kleinen Fühler ausgestattet sind. Wenn der Diamant echt ist, ertönt ein Laut. Ich kann die Echtheit aber auch mit einer starken Lupe feststellen.

Bestimmst du die Preise von den Schmuckstücken selber?

Ja, ich bestimme die Preise der Schmuckstücke selber.

Verarbeitest du neben Edelmetallen auch andere Materialien?

Ja, ich verarbeite auch Perlen, Holz, Halbedelsteine und Edelsteine.

Besuchst du auch Schmuckausstellungen?

Ja, ich besuche auch Schmuckausstellungen und stelle auch manchmal meinen eigenen Schmuck auf Schmuckausstellungen aus. Das ist aber immer mit Kosten verbunden, da ich die Schmuckstücke versichern lassen muss.


Tierwelt: der Rotmilan ist auch in unseren Breiten heimisch

Das Windrad ist sein größter Feind

Hinderhausen

Schüler der Schule Hinderhausen haben das Thema Rotmilan aufgegriffen, weil in ihrem Dorf mehrere dieser Vögel nisten, aber auch, weil man nicht jeden Tag Raubvögel sieht. Nun folgen weitere Informationen über den Rotmilan in einem Steckbrief:


Alter: bis zu 25 Jahre

Heimat: fast ausschließlich Süd – und Mitteleuropa

Lebensraum: Landschaften mit Wäldern, an Waldrändern in der Nähe von Feldern sowie am Rand von Siedlungen.

Stärke: Fliegen

Aussehen: hell bräunlich bis roter Rücken, heller Kopf mit hellen Augen, rosaroter Schwanz, einen rosarot und schwarz gestrichelten Bauch und lange schwarze Krallen. Der Schnabel des Rotmilans ist gelb und bei den Jungen ist die Schnabelspitze zuerst schwarz.

Weibchen und Männchen sehen gleich aus.

Größe: 64 cm

Gewicht: Männchen 1,2 kg, Weibchen 1,4 kg

Flügelspannweite: 175 cm

Nahrung: Würmer, kleinere Vögel, kleine Säugetiere, Abfälle

Brutzeit: 32 Tage

Zugvogel: Ja

Liste der Feinde: Habicht, Uhu, Kolkrabe, Marder, Mensch sowie Windräder oder Stromleitungen.

Rote Liste: Ja (auf der roten Liste stehen Tier- und Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind).

Sonstiges: Er sucht seine Beute im Flug und ist einer der seltensten Greifvögel.


INterview: Gespräch mit einer Mathelehrerin an der MG

"Mit drei wollte ich Lehrerin werden"

Hinderhausen/St.Vith

Die Schülerinnen Noémie Schmitz und Jennifer Klaes der Gemeindeschule Hinderhausen führten anlässlich 65 Jahre Maria Goretti Schule St.Vith ein Interview mit der Lehrerin Nathalie Kesseler-Heinen.


Warum machen Sie genau diesen Beruf?

Seitdem ich drei Jahre alt war, träumte ich davon, Lehrerin zu werden, und nun arbeite ich hier seit 23 Jahren. Vielleicht liegt es auch daran, dass meine Mutter Lehrerin gewesen ist. Es macht mir Spaß und es ist wichtig für mich!

Wann fahren Sie los, um die Schule rechtzeitig zu erreichen?

Morgens fahre ich um sieben Uhr los, um in Ruhe den Unterricht vorzubereiten.

Wie gut kennen Sie Ihre Schüler?

Ich kenne sie beim Namen und hin und wieder kenne ich ihre Eltern.

Wie viele Schüler und wie viele Lehrer sind ungefähr auf der MG?

Rund 750 Schüler besuchen die Sekundarschule. 120 Lehrer unterrichten auf der MG, manche halbtags.

In welcher Klasse geben Sie welchen Unterricht?

In der Oberstufe 4 bis 6 gebe ich Mathematik. Insgesamt unterrichte ich 105 Schüler.

Welches Fach mögen Sie, außer ihrem Unterricht?

Außer „meinem“ Fach Mathematik mag ich Physik, das habe ich vor ein paar Jahren schon einmal unterrichtet.

Worüber ärgern Sie sich ?

Wenn die Schüler ihr Material vergessen und die Hausaufgaben nicht gemacht haben.

Was hat Ihnen bisher gefallen oder missfallen in Ihrem Beruf?

Im Grunde läuft alles gut in meinem Beruf, manchmal halt eben nicht.

Was war bisher ihr schlimmstes Erlebnis auf der MG?

Am 17. März 2009 gab es eine Amoklaufdrohung in unserer Schule, eine Tür war beschmiert und die Schule wurde evakuiert. Fünf Tage zuvor wurden in Winnenden 20 Schüler auf diese Weise umgebracht!

Wie läuft Ihr Arbeitstag ab?

Ich gebe den Unterricht, verbessere in den Freistunden und bereite die Tests vor.

Wie lange dauern die Pausen?

Morgens dauern die Pausen 15 Minuten und mittags 1 Stunde.

Warum hat die Schule MG ihren Namen?

Ein Mädchen namens Maria Goretti aus Italien wurde mit elf Jahren am 5. Juli 1902 vergewaltigt. Sie wurde mit 15 Messerstichen ins Krankenhaus gebracht. Bevor Sie starb, hat Sie dem Täter noch verziehen. 1950 wurde sie heilig gesprochen, dies war auch das Gründungsjahr unserer Schule der MG. Später erschien sie dem Täter mehrmals im Traum.


schulleben: wie man den gegenseitigen Respekt verstärken kann

Achtung haben ist ein Anfang

Herbesthal
Von Sophie Denis und Rebecca Schlütz

Wieder einmal ein neues Graffiti in den Toiletten. Hat denn gar keiner mehr Respekt? Es gibt immer weniger Respekt. Die Schüler achten weniger auf die Sauberkeit und das Benehmen wird immer schlimmer. Ist das so?

Im Duden wird Respekt so definiert: Auf Anerkennung, Bewunderung beruhende Achtung; vor jemandem aufgrund seiner höheren, übergeordneten Stellung empfundene Scheu, die sich in dem Bemühen äußert, kein Missfallen zu erregen.

Puh, ist das schwer zu verstehen! Wir haben uns mal Gedanken gemacht, wo oder wie Respekt oder Nichtrespekt in unserer Schule (Gemeindeschule Herbesthal) anzutreffen sind. In den Reihen wird geschubst, nach dem zweiten Schellen sind die meisten Schüler noch laut. In den Toiletten wird auf die Türen und Wände gekritzelt. Nach dem Mittagessen wird das Geschirr nicht ordentlich zurückgebracht und die Lautstärke ist übertrieben hoch. Unsere Schule - die Gemeindeschule Herbesthal - muss da noch einige Fortschritte machen! Aber das ist nicht immer so. Beim Betreten des Schulhofes begrüßen die Schüler die Lehrpersonen und die Mitschüler. Das Tor wird erst geschlossen, wenn der Schüler sich sicher ist, dass keiner mehr kommt.

Respekt vor allen Mitmenschen haben

Respekt müssen die Schüleraber nicht nur vor den Lehrpersonen haben, sondern auch vor den Köchinnen, Putzleuten, Aufsichtspersonen, Gemeindearbeitern, die den Schulhof sauber halten und die Klassenräume renovieren. Vergessen wir auch nicht die Frauen der außerschulischen Betreuung, die vor und nach der Schule auf die Schüler aufpassen.

Wir selbst finden, dass am Respekt immer noch gearbeitet werden kann. Aber das ist etwas, wo Schüler, Lehrer und alle Beteiligte sich selbst einbringen müssen. Etwas ruhiger werden und die Mitschüler respektieren, in den Klassen klappt es noch nicht so gut.

Es wäre gut, wenn respektvolle Eigenschaften in den Klassen noch mehr hervorgehoben würden. Vielleicht nicht immer Schlechtes bestrafen, sondern eher Gutes belohnen.

Wir könnten uns als Schüler vielleicht selbst ein System ausdenken, wie wir noch mehr auf Respekt achten wollen. Wir sind auf jeden Fall dazu bereit und das ist ja schon einmal ein Anfang.


Zirkus: Blick hinter die Kulissen von roncalli

Zeitreise in eine andere Wirklichkeit

Aachen
Schüler des 6. Schuljahres der Gemeindeschule Emmels hatten kürzlich die Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen desZirkus‘ Roncalli zu schauen, der seine Zelte in Aachen aufgeschlagen hatte.

Perfekt aufgebaut präsentiert sich die Roncalli-Stadt - eine Heimat für 120 Menschen- mit dem 1.428 Personen fassenden cremefarbenen Zelt mit blauen Absetzungen. Überall sieht man nostalgische, alteZirkuswagen und besondere Accessoires. Es ist ein rollendes Museum, das während vier Tagen von 60 Arbeitern errichtet wird. In dieses historische Ambiente passt genau unser Gesprächspartner Sergi Buka, Magier und Schattenspieler aus Barcelona. Unsere Fragen, die wir in Deutsch und Französisch stellten, beantwortete er breitwillig in einem Spanisch-Englisch-Mix. Glücklicherweise half uns Angela Weller, die Pressesprecherin desZirkus, beim Übersetzen. Aber das ist Circus. Bei Roncalli arbeiten und leben von März bis Dezember Menschen aus 18 verschiedenen Nationen.

Laser-und Lichtstrahlen als Countdown

Die Artisten bleiben meist für drei bis vier Jahre, da der Circus nach dieser Zeit meist wieder die gleichen Städte besucht. Sergi Buka reist nun seit gut einem Jahr bei Roncalli mit und eröffnet die Show, indem er Laser- und Lichtstrahlen durch das Zelt als Countdown lenkt. Mit neun Jahren beschloss Sergi Magier zu werden, als ein Zauberkünstler Geld hinter seinen Ohren hervorholte! So begann er zu üben und schloss sich einem magischen Zirkel an, sodass er bereits im Alter von 16 Jahren seine Klassenkameraden und Lehrer unterhielt.

Es folgten Auftritte in kleinen Theatern. 2004 gewann er in Paris den „Mandrake d‘Or“, den Oscar internationaler Illusionskunst. Gleichzeitig brachte er sich autodidaktisch das Schattenspiel mit seinen Händen bei. Heute beherrscht er 45 verschiedene Figuren, die er stetig weiterentwickelt. Sein aktueller Auftritt wurde speziell zusammen mit dem Roncalli-Chef Bernhard Paul konzipiert und erinnert an die Zeit, als die Bilder laufen lernten.

Leinwand am Fahrrad montiert

Sergi Buka sitzt auf einem Art Dreirad, dreht unaufhörlich seine Runden und formt mit seinen Händen die ungewöhnlichsten Figuren, die wir als Schattenbilder auf einer Leinwand, die an seinem Rad montiert ist, sehen. Begleitet wird er dabei vom hervorragenden achtköpfigen Roncalli-Orchester. Hier braucht es nicht die 150 Scheinwerfer, die die übrigen 35 Künstler ins rechte Licht setzen! Sergis Auftritt lässt Zeit für Träume und bestärkt die besondere poetische Atmosphäre.

TV-Tipp: Eine Woche vor unserem Besuch in Aachen war übrigens die „Reporter-Kollegin“ Katrin Bauernfeind“ mit einem Fernsehteam an zwei Tagen vor Ort. Das Ergebnis dieser Arbeit kann am Samstag, 13. Juni, 19.30 Uhr auf 3sat begutachtet werden. Vielleicht sieht man dann auch Sergi Buka, dem Meister über Licht und Schatten.


ernährung: KAE-Schüler besuchten die Freie Krankenkasse

Gesundes Fast Food - Gibt es das?

Eupen

Schüler der 6D des Königlichen Athenäums Eupen besuchten kürzlich die Freie Krankenkasse in Eupen. Unser Thema „Gesundes Fast Food – gibt es das?“ machte neugierig.

Die Animatorin dieser Projekte, Doris Curnel, informierte uns zum Thema „Ernährung“ und insbesondere natürlich zum allseits beliebten Fast Food.

Zuerst befassten wir uns mit den wichtigen Bestandteilen der Ernährung. Für alle Aktivitäten (Sport, Konzentration, Spiele) benötigen wir Nährstoffe, die uns mit Energie versorgen. Sie enthalten Vitamine, Ballast- und Eiweißstoffe. Die Zusammensetzung unserer Nahrung ist in der Lebensmittelpyramide in Gruppen eingeteilt. Keine der Lebensmittelgruppen enthält alle lebenswichtigen Nährstoffe. Daher ist es wichtig, sich abwechslungsreich zu ernähren. (Quelle: www.ernaehrung.de)

Was unser Körper braucht:

Wasser: Der Mensch soll täglich 2,5 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.

Getreideerzeugnisse und Kartoffeln Getreide, Nudeln, Brot, Reis und Kartoffeln sind wichtige Energielieferanten für unseren Körper.

Obst und Gemüse Obst und Gemüse enthalten Mineralien, Vitamine und Spurenelemente, die unseren Körper vor Krankheiten schützen.

Milchprodukte: Ihre Nährstoffe, Proteine und Mineralien (Magnesium, Kalzium) helfen bei Wachstum und Aufbau der Knochen.

Fleisch, Fisch und Eier Fleisch liefert uns Mineralstoffe und Vitamine. Hier sollten wir auf eine gute Qualität achten, aber es nicht täglich zu uns nehmen. Anstelle davon sollten wir öfter Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen) essen. Eier enthalten Fett und sind in vielen Lebensmitteln vorhanden wie etwa in Majonäse, Kuchen oder Nudeln.

Fette und Öle: Fette und Öle sollten wir nur in geringen Mengen zu uns nehmen, da sie zwar Energie liefern, aber unsere Verdauung oft schwer belasten.

Bewegung und Sport: Zu einem gesunden Lebensstil gehört natürlich auch die tägliche Bewegung. Das bringt gute Laune und hält fit.

Eine ungesunde Ernährung macht nicht nur dick, sie kann auch verschiedene Krankheiten auslösen. Übergewicht, Herz-Kreislauf-Probleme, erhöhter Blutdruck, Gelenkschäden, Diabetes, usw. können schon in jungen Jahren auftreten und machen uns mit der Zeit das Leben schwer.

Der Begriff „Fast Food“ bedeutet „Schnelles Essen“. Er entstand in den 50-er Jahren in den USA und kam erst später nach Europa. Fast Food kann vieles sein: Hamburger, Hot Dog, Currywurst, Pizza und Döner, aber auch viele Fertiggerichte, denn Fast Food heißt nicht nur eine schnelle Zubereitung, sondern auch schnelles Hinunterschlingen. Fast Food enthält in großen Mengen Fett und Zucker, einen hohen Anteil an Salz und verschiedenen Zusatzstoffen. Man spricht auch von „leeren Nahrungsmitteln“, die viele Kalorien (also Dickmacher) enthalten.

Gesundes Fast Food

Man könnte zwar denken, dass es gesundes Fast Food gar nicht gibt, aber es gibt tatsächlich die gesunde Variante von Hamburger und Co. Süßkartoffelscheiben aus dem Backofen, Scampi mit Möhren, Melonen und Salat, Wraps mit Gemüse, Sushi, Tofu-Burger oder Obstsalat sind nur einige Beispiele von gesundem Fast Food. Durch ihren hohen Anteil an pflanzlichen Nährstoffen geben sie unserem Körper viel mehr Vitamine und viel weniger Fett.


Müllentsorgung: Schüler besuchten deponie

Achtung, Müll in Sicht!

Habay/Hinderhausen

Kürzlich fuhren die Primarschüler der Gemeindeschule Hinderhausen nach Habay, um die dortige Mülldeponie zu besichtigen.

Jean Simons und Olivier Leffin empfingen die Besucher voller Freude. Sie gaben den Schülern verschiedene Anweisungen, wie sie sich auf dem Gelände aufhalten mussten. Oliver Leffin startete die Führung und brachte die Kinder zum Sperr- und Restmüll. Mit einer Art „Kirmesarm“ wird der Abfall in einen Häcksler geworfen. Später wird das ganze verbrannt, die Hitze treibt eine Turbine an und so wird neue Energie erzeugt. Damit der Sperrmüll besser verbrannt werden kann, wird er vorher getrocknet.

Pflanzen und Blumen werden zu Strom

Olivier Leffin erklärte den Schülern, dass Biomüll zum Beispiel Pflanzen und Blumen zu Strom werden können, wenn sie verfaulen. Die Kinder gingen in Begleitung von Olivier Leffin auf einen 45 Meter hohen Müllberg. Damit keine Giftstoffe in den Boden gelangen, wird das Wasser mit den Giftstoffen abgepumpt zu einer Kläranlage. Dort wird das Wasser gereinigt und wieder sauber auf den Müllberg hinaufgepumpt, damit dort stehenden Pflanzen getränkt werden können.

Giftige Stoffe wie zum Beispiel Asbest werden gesondert gelagert. Auf der Anlage gibt es eine elektronische Nase, die misst, wie stark es riecht. Falls die Geruchsbelästigung zu hoch ist, wird Wasser in den Müll gemischt, um den Gestank zu verringern.

Später gingen die Kinder in eine Halle. Dort werden Papier, Glasflaschen und PET-Flaschen sortiert.

Die Schüler gingen alle in einen kleinen Sortierraum, dort werden verschiedene Sorten Flaschen geordnet und anschließend zu Würfeln gequetscht.


Mineralwasser: Sprudelnde Stadt Spa

U-Bahnfahrt durch die Ardennen

Spa/Raeren

Die 4. Klassen A und B der Gemeindeschule Raeren besuchten die Stadt Spa und Spa Monopole. Spa gilt als eine sprudelnde Stadt mit Heilkräften.


Bei unserem Rundgang durch die Spa erkundeten wir die verschiedenen Sehenswürdigkeiten und erfuhren dabei Einzelheiten über die Geschichte Spas. Sie war schon zur römischen Zeit und im Frühmittelalter bekannt, denn Menschen siedeln sich immer dort an, wo es Wasser gibt. Außerdem spendeten die Wälder rund um Spa das erforderliche Brennholz. Somit scheinen es die Römer gewesen zu sein, die die Quellen rund um Spa entdeckten.

Spa ist ein germanisches Wort für „speien“ oder „spucken“. Damit wird das Heraussprudeln des Wassers aus einer Quelle bezeichnet.

Eine der bekanntesten Quellen ist die Quelle Peter des Großen, ein russischer Zar, der Spa 1717 besuchte. Er kam zur Kur, da er an Harnverhaltung litt. Er wurde hier geheilt. Dadurch wurde Spa in der ganzen Welt berühmt und ab dem 18. Jahrhundert zu einem Treffpunkt gekrönter Häupter und großer Persönlichkeiten, so dass man dem Ort den Beinamen „Café de l‘ Europe“ gab. Aus Dankbarkeit ließ Peter der Große eine Brunnenhalle um die „Pouhon Pierre le Grand“ errichten. Aus dieser Quelle fließen täglich durchschnittlich 21.000 Liter belebendes Wasser aus einem Hahn in Fischform, der zum Wahrzeichen der Stadt geworden ist.

Geruch mit Anis und Kardamon übertüncht

Die ersten Kurgäste kamen im 16. Jahrhundert. Zunächst bestanden die Kuren darin, große Mengen des eisenhaltigen Wassers zu trinken, dessen heilende Wirkung schon bei der Römern bekannt war. Mit Anis und Kardamom übertünchte man den Geschmack und den Geruch des sehr mineral- und schwefelhaltigen Wassers. Ab dem 18. Jahrhundert kamen zu den Trinkkuren dann zunehmend auch Kohlensäure- und Moorbäder hinzu. Zu diesem Anlass wurde 1868 ein Thermengebäude an der Place Royale in der Stadt fertiggestellt. Heute befindet sich ein moderner Thermenkomplex oberhalb der Stadt auf einem Hügel, den man mit einer Kettenkabinenbahn erreichen kann.

Eine weitere berühmte Persönlichkeit, die mehrere Jahre lang in Spa lebte und 1902 dort auch starb, war Marie-Henriette. Sie war die Frau des belgischen Königs Leopold II. Sie litt an Asthma und versprach sich von den Wasserkuren Linderung ihrer Leiden. Außerdem ist die Luft in der Gegend von Spa sehr sauerstoffreich und rein, da sie sehr bewaldet ist. Ihr zu Ehren wurde eine Wasserart benannt: Spa „Marie-Henriette“. Dem leicht sprudelnden Wasser wird keine zusätzliche Kohlensäure hinzugefügt. Es läuft auf dem Weg durch die Erd- und Gesteinsschichten an Karbonatgestein (=Kalkstein) vorbei und kommt aus mehreren hundert Metern Tiefe aus dem Keller der Ardennen.

Wasser wandert durch Erd- und Gesteinsschichten

Bei unserem Besuch in Spa Monopole erklärte uns die Mitarbeiterin Nathalie Collin, dass alle Wasserarten ganz natürlich sind und nicht chemisch gereinigt oder aufbereitet werden. Das Wasser wird von den Quellen im Hohen Venn über ein unterirdisches Rohrsystem von fünf Kilometern Länge zur Fabrik befördert. Die stabile mineralische Zusammensetzung erhält das Wasser dadurch, dass es 30 bis 50 Jahre lang durch die verschiedenen Erd- und Gesteinsschichten wie eine U-Bahn wandert und dabei die verschiedenen Spurenelemente aufnimmt.

Mit Hilfe von I-Pads erkundeten wir eigenständig die verschiedenen Aspekte des bekannten Spa-Wassers.

Erstaunt erfuhren wir, dass in den Abfüllanlagen elf Liter Wasser pro Minute, das sind 40.000 Liter pro Stunde und 393.000.000 Liter im Jahr abgefüllt werden.


Bankenwesen: Das Tagesgeschäft einer Bank

Kein Hauch von Hollywood

 

Eynatten

 Die 6. Klasse der Gemeindeschule Eynatten besuchte die KBC Eynatten und den Schülern wurde schnell klar, dass Banken nicht ganz so funktionieren, wie sie in den Hollywood Blockbustern dargestellt werden.

 

 Was sind eigentlich Zinsen? Ab wie viel Jahren darf man ein Konto eröffnen? Gab es in der KBC Eynatten schon einmal einen Überfall? Was mache ich, wenn ich im Lotto gewinne?

 Diese Fragen stellten sich auch die Schüler der 6. Klasse der Gemeindeschule Eynatten. Also beschlossen sie, im Rahmen des ZISCH-Projekts der KBC Eynatten einen Besuch abzustatten.

 Und so machten sie sich auf den Weg in die Bank und wurden von Jan Vanstreels und Jean Komoth herzlich empfangen. Die Schüler informierten sich erst einmal darüber, was der Name KBC eigentlich bedeutet und erfuhren, dass es sich um eine Abkürzung handelt, die den Zusammenschluss von drei Banken beinhaltet. Bevor es also so richtig spannend wurde und der Tresorraum besichtigt wurde, bekamen die Schüler einige allgemeine Informationen über Banken. Sie erfuhren beispielsweise, welches die Aufgaben eines Bankangestellten sind.

Entgegen einiger lustiger Vorstellungen bewachen die Angestellten nämlich nicht den ganzen Tag mit Gewehren bewaffnet den Tresor und die Goldbarren, sondern nehmen sich Zeit für die Kunden, d.h. sie beraten sie, erstellen Konten, verkaufen Versicherungen und noch vieles mehr.

Doch auch wenn es keine bewaffneten Angestellten gibt, wird die Sicherheit in der Bank ganz groß geschrieben. Das begriffen die Schüler sehr schnell, denn schon beim Betreten des Eingangsbereichs erblickten sie viele Sicherheitstüren sowie Kameras an allen Ecken. Vielleicht liegt es also daran, dass es in Eynatten noch nie einen Banküberfall gab.

 

Kein Bargeld in einer Bank?

Außerdem sind die Sechstklässler der Meinung, dass es sich gar nicht lohnen würde, in die Bank einzubrechen, da sich dort kaum Bargeld befindet.

So wurden die Schüler ein wenig enttäuscht, als es endlich in den Tresorraum ging. Denn statt eines riesigen Raumes voller Geld und Gold – so wie man es aus den Hollywoodfilmen kennt, bekamen sie nur einen kleinen Raum mit vielen einzelnen Schließfächern zu Gesicht, für die nur die Inhaber den Code kennen.

Der einzige Ort, an dem in der Bank noch Geld aufbewahrt wird, ist der gut gesicherte Bankautomat. Um Geld vom Girokonto abzuheben oder Geld einzuzahlen, benötigt man eine mit persönlichem Code versehene Bankkarte. Die Schüler haben gelernt, dass man auf eine solche Bankkarte sehr gut aufpassen muss und dass man darauf achten sollte, den Code geheim zu halten und ihn nicht zu vergessen. Aber was, wenn man den Code nun doch einmal vergisst? Ganz einfach, im Geschäft hat man Pech und kann nicht bezahlen. Man muss schnellstmöglich zur Bank und erhält dort – natürlich erst nach Vorlage des Personalausweises – einen neuen Code.


Was sind eingentlich Zinsen?

Aber was sind denn jetzt eigentlich Zinsen? Manchmal müssen Zinsen bezahlt werden, manchmal kann man sie bekommen. Doch wie funktioniert das?

Wenn man Geld auf seinem Sparkonto hat, bekommt man ein Mal im Jahr Zinsen. Dies ist eine Belohnung dafür, dass man sein Geld der Bank anvertraut.

Andererseits muss man Zinsen auch manchmal bezahlen. Denn wenn man beispielsweise ein Haus bauen möchte und nicht genug Geld besitzt, kann man sich das Geld bei der Bank leihen und muss es dann anschließend mit Zinsen zurückzahlen. Von diesen Zinsen finanziert die Bank dann die Instandhaltung der Bank und die Zinsen, die jeder zu Jahresbeginn auf seinem Konto findet.

Obschon die Banken in unserer Umgebung nicht so funktionieren und aussehen wie die Banken, die man in einigen Filmen findet, durften die Schüler der Gemeindeschule Eynatten einen spannenden Nachmittag verbringen und all ihre Fragen bezüglich des Bankwesens wurden beantwortet.

Jetzt heißt es ran an die Konten und Geld sparen. Denn so lautet seit dem KBC-Besuch der Finanzplan der Sechstklässler.

 

 


Geschichte: Schüler befragten Zeitzeugen zu ihren Erlebnissen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs

So war es damals: Das Leben der Menschen in Kriegszeiten

Thommen-Grüfflingen

Die Kinder vom 4. 5. und 6. Schuljahr der Gemeindeschule Kreuzberg (Thommen-Grüfflingen) haben mehrere Zeitzeugen über den 2. Weltkrieg befragt.

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts haben die Kinder die ZVS-Ausstellung in St. Vith „Begeisterung, Ernüchterung, Zerstörung“ zum Thema Zweiter Weltkrieg mit Klaus-Dieter Klauser besucht. Im Vorfeld hatten sie bereits Verwandte oder Bekannte zu folgenden Themen interviewt.

„So war es damals in der Schule“

In den kleinen Dörfern gab es damals meistens nur ein Klassenzimmer und einen Lehrer oder eine Lehrerin.Es waren meistens alle Schuljahre in einem Klassenraum. Als Material stand ihnen eine Tafel, Griffel und ein Heft mit Feder und Tinte zur Verfügung.

Als Strafe bekamen sie Schläge mit einem Stock oder kleinen Peitschen, sie mussten sich auch in die Ecke stellen oder Strafe schreiben.

„So war es damals in der Freizeit“

Die Kinder spielten damals gerne mit Puppen, Springseilen, Bällen und Karten, doch viele Kinder hatten keine Spielzeuge und mussten sich eigene Spiele ausdenken.

In den Ferien mussten sie sehr oft auf dem Bauernhof oder im Haushalt helfen. Viele Kinder hatten keine oder nur wenige Bücher und an Urlaub war für die Dorfbewohner überhaupt nicht zu denken.

„So war es damals zu Hause“

Es gab keine elektrischen Geräte, doch man hatte Löffel, Töpfe, einen Holzofen und ein Bügeleisen, das auf dem Ofen erhitzt wurde. Zum Putzen benutzte man schwarze Seife, Wasser, Putzlappen und Schrubber. Die Wäsche wurde mit der Hand auf einem Waschbrett gewaschen. Es gab täglich Kartoffeln und Gemüse aus dem Garten zu essen. Manchmal gab es auch Fleisch. Die Kinder mussten überall mithelfen zum Beispiel spülen, putze usw. Es gab kein Badezimmer, es wurde eine Wanne in die Küche gestellt. Gebadet wurde nur sonntags.

„So war es damals im Allgemeinen“

Nur die Reichen hatten ein Auto. Die Mütter haben die Kleider selbst genäht. Modern waren Blumenmuster oder Spitze. Die damaligen Geschäfte waren sehr klein und es gab keine Selbstbedienung. Mit Briefen und Telegrammen konnten sich die Leute verständigen. Die Menschen, die Glück hatten, hatten ein Radio oder einen Schallplattenspieler. Zum Abschluss hat die Zeitzeugin Helma Schockweiler die Klasse besucht und den Kindern von ihren Erlebnissen im Zweiten Weltkrieg erzählt.



Wallfahrtsort: Warum Banneux bei Jung und Alt so beliebt ist

Besinnliche Ruhe statt Vergnügungspark

Emmels/Banneux
Das 5. und 6. Schuljahr der Gemeindeschule Emmels befand sich auf Spurensuche in Banneux, dem größten Wallfahrtsort Belgiens.

Der Bus brachte uns zu einem nahegelegenen Parkplatz, wo wir voller Vorfreude, aber auch mit etwas Ungewissheit ausstiegen. Vorbei an einigen Geschäften und Restaurants erreichten wir schnell das Ziel der zahlreichen Pilger aus vielen Ländern der Erde, die Jahr für Jahr diesen Ort aufsuchen. Aber warum?

Erste Antworten auf diese Frage gab uns ein Film, den wir zuerst anschauten. Im Jahre 1933 hatte die 11-jährige Mariette Beco vom 15. Januar bis zum 2. März insgesamt acht Marienerscheinungen in der Nähe ihres Hauses. Die himmlische Erscheinung stellt sich als „Jungfrau der Armen“ vor und führt das Mädchen zur Quelle und sagt: „Tauche deine Hände in das Wasser!“ Außerdem sagt sie: „Ich wünsche eine kleine Kapelle!“, „Ich komme, um das Leid zu lindern“, „Glaubt an mich, ich werde an euch glauben“, „Betet viel!“

Erscheinungen wurden anerkannt

Am 22. August 1949 wurden diese Erscheinungen vom Lütticher Diözesanbischof Msgr. L.-J. Kerkhofs anerkannt. Mariette Beco hat bis zu ihrem Tode im Jahre 2011 immer in der Nähe gewohnt, jedoch bewusst die Öffentlichkeit gemieden. Sie wollte kein Superstar sein.

Pastor Schneider führte uns dann zu den wichtigsten Stellen, so zum Haus der Familie, in der heute die Küsterin wohnt und in dessen Garten die Erscheinungskapelle gebaut wurde. Im Innern befindet sich ein dreiteiliges Erscheinungsbild, viele Votivtafeln und die Stelle, an der die erste Erscheinung stattfand. Etwas weiter kann man eine Kerze anzünden und in Stille verweilen.

Weiter ging’s zur Quelle wo eine Marienstatue auf einer Steinmauer, links und rechts von vielen Blumen umgeben, steht. Viele tauchten ihre Hände in das Wasser, tranken davon und füllten es in Flaschen ab. 1985 verweilte Papst Johannes Paul II. hier im Gebet.

In Dreiergruppen mussten wir bei einem Spur- und Laufspiel im Wald Antworten auf Fragen zum Pilgerort finden. Auch zu verschiedenen Fotos mussten wir Erklärungen geben. Nachmittags erklärte uns Pastor Schneider das Rosenkranzgebet, bevor wir ihm unsere zahlreichen Fragen stellten. So erfuhren wir, dass in den vergangenen Jahren der Pilgerzustrom nicht nachgelassen hat und dass zwei Drittel der Banneux-Besucher jünger als 65 Jahre sind.

Gebetsgottesdienst ist für viele Pilger der Höhepunkt des Tages

Zum Abschluss begaben wir uns in die 5000 Menschen fassenden Kirche. Täglich außer freitags findet hier die Krankensegnung statt. Für viele Pilger ist dieser nachmittägliche Gebetsgottesdienst, der in den drei Landessprachen abgehalten wird, der Höhepunkt des Tages. Der Rektor geht am Ende mit der Monstranz von Bankreihe zu Bankreihe und spendet den Segen.

Die Heimreise traten wir mit der Erkenntnis an, dass der Besuch des Wallfahrtsortes Banneux auf jeden Fall lohnenswert ist. Hier kann man eine Atmosphäre der Ruhe und Besinnlichkeit vorfinden. Es muss nicht immer der laute Vergnügungspark sein…


Interview: Schulleiterin Véronique Brüll über ihre Arbeit

"Das wäre ja kein so schlechter Beruf"

Herbesthal
Die Arbeit einer Schulleiterin ist stressig und anstrengend, auch weil sie mit viel Verantwortung behaftet ist. Die Schülerinnen Anastasia Giel und Sophie Ringel haben sich mit der Schulleiterin Véronique Brüll von der Gemeindeschule Herbesthal unterhalten.

Ist Ihre Arbeit anstrengend?

Die Arbeit ist schon anstrengend. Manche Momente sind angenehm, andere sind auch anstrengend, wie zum Beispiel ein Schulfest vorbereiten: das ganze Geld einsammeln, mit dem Elternrat und den Kollegen planen…

Von wann bis wann arbeiten Sie?

Ich bin morgens um 7.30 Uhr da. Dann bin ich alleine, da stört niemand. Nach der Schule gehe ich mal um 16 Uhr und mal um 17 Uhr. Das wechselt sich aber immer ab.

Was machen Sie jeden Tag?

Hauptsächlich arbeite ich am Computer. Ich führe Gespräche mit Eltern, Kindern, meinen Kollegen und den Arbeitern der Schule.

Im Moment werden die Klassen renoviert, dabei gibt es auch noch ganz viel zu besprechen.

Mögen Sie Ihre Arbeit?

Ich mag auf jeden Fall meine Arbeit, auch wenn sie manchmal sehr stressig ist.

Wollten Sie schon immer Direktorin werden?

Ich wollte eigentlich keine Direktorin werden, ich war vorher hier an der Schule gute 20 Jahre Lehrerin. Dann wurde die ehemalige Direktorin pensioniert und sie hat mich gefragt, ob ich ihre Stelle übernehmen möchte. Dann habe ich während eines langen Wochenendes überlegt und habe mir gedacht, das wäre ja kein so schlechter Beruf.

Wie ist es eine Verantwortung für die Schule zu haben?

Eine Verantwortung für eine Schule zu haben, ist schon stressig, aber auch sehr schön. Die Verantwortung ist aber auch sehr groß.

Wie finden Sie das „Zisch“-Projekt?

Ich finde das Projekt auf jeden Fall sehr gut, aber ich glaube, dass es euch hauptsächlich motiviert, Zeitung zu lesen.


Kunst: Primarschüler besuchten die Ausstellung des spanischen Meisters und ließen sich inspirieren

Fingerfertig: einmal malen wie Miró

Spa/Raeren
Schüler der 4. Klassen A und B der Gemeindeschule Raeren haben die Miró-Exposition in Spa besucht und sich anschließend selbst als Künstler versucht.

Der Stadtführer, Geschichtenerzähler und Künstler Gaëtan Plein ist mit der Schülergruppe in die Welt Mirós eingetaucht.

Schon im Deutsch-, Sach-, sogar im Mathe- und vor allem im Kunstunterricht haben wir uns im Vorhinein ausführlich mit dem spanischen Meister Joan Miró auseinander gesetzt. So lag es nahe, Mirós Wanderausstellung in Spa zu besuchen. So machten wir uns gemeinsam mit Schulleiterin Anneliese Huppertz und unserem ausgearbeiteten Fragenkatalog auf den Weg nach Spa. Im Wintergarten direkt neben der bekanntesten Wasserquelle Spas befindet sich die Ausstellung mit 140 Originalwerken von Miró.

Miró mit umfangreichem Werk

Da waren wir erst einmal sprachlos, wie umfangreich sein Werk ist: Zeichnungen, Aquarelle, Lithografien, Collagen, Holzschnitte und Keramiken sind zu sehen. Manche Werke werden zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Gespannt folgten wir Gaëtan Plein, der uns Joan Mirós Leben und vor allem seine Kunstwerke näher erklärte und auf unsere vielen Fragen stets eine Antwort hatte.

Wir haben erfahren, dass Miró am 20. April 1893 in Barcelona geboren wurde. Er fing schon als Kind an zu malen. Er hatte einfach Freude am Malen und liebte es, seine Kreativität und Vorstellungskraft auf diese Art auszudrücken. Sein Vater war Goldschmied und Uhrmacher und gar nicht damit einverstanden, dass Joan Maler werden wollte. Deshalb schloss er zuerst eine Ausbildung als Kaufmann ab, wurde aber krank und durfte dann die Kunstschule „Escola d’Art“ in Barcelona besuchen. Seitdem widmete er sich ganz und gar der Kunst. Er malte unzählige Bilder. Gerne war er auf Mallorca, wo seine Großmutter wohnte. Später ging er nach Paris.

Freundschaft mit Picasso

Dort traf er Picasso und freundete sich mit ihm an. Am liebsten benutzte er kräftige, leuchtende Farben wie Rot, Gelb, Blau und Grün. Mit Schwarz malte er Formen und Figuren, manchmal sogar mit seinen bloßen Händen. In seinen bunten Gemälden erkennen wir Linien, Sterne, Monde, Sonnen, Leitern, geometrische Figuren und seltsame Fantasiewesen. Er malte Dinge und Personen nicht, wie sie in Wirklichkeit sind, sondern unrealistisch, also weit weg von der Realität. Deshalb gehört er zu den Surrealisten, und wie Picasso sogar zu den bekanntesten. 20 Werke von Picasso sind auch in Spa ausgestellt und zeigen, wie gut sich die beiden verstanden haben.

Miró hat, wie Picasso auch, viele Preise für seine außergewöhnlichen Werke erhalten. 1968 verlieh man ihm die Ehrendoktorwürde der Harvard Universität. Er meinte einmal: „Je mehr ich arbeite, desto mehr habe ich das Verlangen zu arbeiten.“ Hinterlassen hat er uns Hunderte von Werken, alle einzigartig, oft verschieden, doch auch gleich. Joan Miró starb am 25. Dezember 1983 im Alter von 90 Jahren auf Mallorca.

Die Farben, die Hände, der Surrealismus

Seine Kunstwerke werden immer noch weltweit ausgestellt und faszinieren viele Menschen. So auch uns! Um die Fantasie der Zuschauer zu wecken, erklärte Miró seine Kunstwerke nicht so gerne. Er wollte, dass jeder sich seine eigenen Gedanken machen kann. Die Miró-Ausstellung in Spa ist deshalb nur in verschiedene Themenfelder eingeteilt: die Farben, der Surrealismus, die Hände des Künstlers, die Rolle der Kindheit und Freiheit. In der Ausstellung haben wir einen Film gesehen, der zeigt, wie Miró in seinem Atelier mit Pinseln und mit seinen Fingern gemalt hat. Durch seine Farben, Formen und Fantasie spricht er besonders Kinder an. Mit uns Kindern hat er auch gemeinsam, dass er gerne verschiedene Techniken ausprobierte, wie die Malerei, das Zeichnen und das Töpfern.

Nach der Ausstellung hat Gaëtan Plein uns in ein Kunstatelier geführt. Seine Kunstwerke hatten eine interessante Wirkung auf uns und regten uns zum Nachdenken, Fantasieren und Ausprobieren an. Gestärkt durch das Spa-Wasser haben wir wie Miró gemalt und sind dabei ganz und gar in seine Art zu malen eingetaucht.

Dabei haben wir Miró gleich, unsere Finger zum Malen benutzt. Entstanden sind viele kleine Miró-Kunstwerke, die den großen manchmal ganz ähnlich sehen. Da haben wir uns einen Tag lang wie Miró gefühlt.



Hausaufgaben: Vom Sinn und Unsinn des Nacharbeitens - Zu viele Ablenkungen

Sind eher weniger geworden


Herbesthal
Von David Voigt und Paolo Badagbor

Viele Schüler stöhnen unter den vielen Hausaufgaben. Doch sind es wirklich zu viele oder ist mancher Schüler einfach zu faul?

Eine Umfrage an der Gemeindeschule Herbesthal soll Aufklärung bringen.

Schon wieder Hausaufgaben? Ist das nicht auch nervig? Als würde man nicht schon genug in der Schule arbeiten. Wir haben uns mal informiert und die Lehrer befragt. Dabei haben wir herausgefunden, dass es ein Gerücht gibt, das besagt, es seien sogar weniger Hausaufgaben geworden. Diesem Gerücht sind wir gefolgt. Das Ergebnis der Umfrage bei den Lehrern: Es werden gar nicht mehr Hausaufgaben, sondern sogar weniger, sagt die Mehrzahl der Lehrer. Mit Ausnahme der Tests, denn deren Anzahl bleibe genauso hoch wie früher.

Manchmal vergisst man die Hausaufgaben, oder sogar nur einmal. Dann ist es sehr ärgerlich, wenn man dafür bestraft wird. Wenn man im ersten oder zweiten Schuljahr ist, ist es noch nicht so schlimm, weil man dort meistens eh nur mit Strichen arbeitet. Ab dem dritten und vierten Schuljahr wird es dann schon etwas schlimmer, denn dort muss man die Hausaufgaben schon mal doppelt oder sogar dreifach machen. In der Sekundarschule und der Hochschule bekommt man sogar eine Null und man kann selber gucken, wie man klarkommt, weil einem beim Test dann Übungen oder Lernstoff fehlen. Aber es ist halt so, dass es Kinder gibt, die sehr oft ihre Hausaufgaben vergessen und nicht aus den Fehlern lernen.

Mit der Zeit sollte man selbstständig lernen können

Wir haben einige unserer Lehrer befragt. Diese erklärten, dass früher oft ein Elternteil zur Verfügung stand, um bei den Hausaufgaben helfend zur Seite zu stehen oder gar die Kinder daran zu erinnern. Je nach Alter sollten die Kinder aber auch selber auf die Hausaufgaben achten und diese alleine erledigen können. Für die Tests sollte man mit der Zeit selbstständig lernen können. Die Lehrer bestrafen dann, wenn kein Wille erkennbar ist und man nicht aus seinen Fehlern lernt und zum Beispiel die Hausaufgabe nicht ins Tagebuch einträgt. Außerdem meinten die Lehrer auf unsere Frage hin, dass die Schüler gar nicht fauler werden, sondern dass es halt heutzutage viel zu viele Ablenkungen wie Computer und Freizeitaktivitäten gibt.


Musical: Schüler proben intensiv für ihren  Auftritt - Casting im Lehrerzimmer

Die Bretter, die die Welt bedeuten

Eynatten
Von Alina Koolen, Senem Bingöl, Amina Ikanovic und Esra Gulec


Bevor sie auf der Bühne stehen, mussten die Schauspieler vor allem eins machen: proben

Die Gemeindeschule Eynatten präsentiert in diesem Schuljahr das Musical „Das Vier-Farben-Land“, das am 31. Mai um 14 Uhr in der Sporthalle Eynatten aufgeführt wird. Alle Kinder aus dem Kindergarten und der Primarschule sind daran beteiligt und nehmen am großen Auftritt teil. Insgesamt sind das 195 Kinder!

Die Vorbereitungen des Musicals laufen bereits seit Anfang des Schuljahres. In gewählten Ateliers arbeiteten alle Kinder der Primarschule an der Vorbereitung und Umsetzung des Musicals.

Was in diesen Ateliers gemacht wurde, erfahren Sie in dieser Woche in einigen Schülerberichten.

Die Schauspieler des Musicals wurden von den Lehrern ausgesucht. Sie wurden in vier Farben aufgeteilt, in Rot, Gelb, Grün und Blau. Die 1. und die 6. Klasse sind gelb, die 2. und die 5. Klasse sind blau, die 3. Klasse ist grün und die 4. Klasse ist rot. Die Hauptperson Erbs spielt Bastien Roderbourg aus der 3. Klasse. Er wurde sogar vom BRF interviewt.

Zuerst haben die Schauspieler einige Male allein im Klassenraum geprobt. Dann ging es in der großen Turnhalle weiter. Dort wird auch das Musical stattfinden. Zu Beginn durften sie noch mit Text üben, in den Weihnachtsferien mussten sie ihren Text dann auswendig lernen.

Als nächstes kamen die Projekttage. Dort probten die Schauspieler drei Tag hintereinander. Nach und nach kamen die Solisten und der Chor dazu und auch alle anderen Kinder probten mit. Jetzt probt die ganze Schule jeden Freitagnachmittag.

Vor einigen Tagen besuchte sie der GrenzEcho-Redakteur Alexander Schmidt. Er schaute sich eine Probe an. Anschließend interviewte er einige Schüler und schrieb einen Bericht über das Musical, der im GrenzEcho erschienen ist.

Frauen und Kinder nähten die Kostüme für die Schauspieler in den passenden Farben und das Sporthaus Drucks aus Aachen spendierte jedem Kind aus Kindergarten und Primarschule ein T-Shirt in der Farbe seines Landes. Mittlerweile können die Kinder den Tag des Musicals kaum noch erwarten.


Virtuelle Welt: Schüler werben für einen respektvollen Umgang im Internet

Mobbing im Netz? - Nein, danke!

Mit dem aktuellen Thema Cybermobbing beschäftigten sich Schüler der 6C des Königlichen Athenäums Eupen im Rahmen eines Projektes.

Cybermobbing war in diesem Schuljahr in unserer Klasse leider ein großes Thema. Einige Kinder wurden von ihren Mitschülern im Internet derart gemobbt, dass am Ende sogar die Polizei eingeschaltet werden musste.

Die Polizistin Marita Brüls hat uns in der Klasse besucht und mit uns über Mobbing gesprochen. Was bei diesem Gespräch herauskam, hat uns nachdenklich gestimmt, wach gerüttelt und zum Teil auch wirklich schockiert. Wir möchten den Tätern bewusst machen, was sie anrichten und Opfern Wege aufzeigen um sich zu wehren und Hilfe zu erhalten.

Wenn jemand im Internet oder über das Handy über einen längeren Zeitraum beleidigt, bedroht, bloßgestellt und lächerlich gemacht wird, spricht man von „Cybermobbing“. Besonders in den sozialen Netzwerken wie Facebook, aber auch über Kommunikationsprogramme wie Skype und Whatsapp wird täglich gemobbt.

Leider gibt es so gut wie keine Möglichkeit, Cybermobbing komplett zu vermeiden. Niemand kommt heutzutage ohne Handy oder Computer aus und es ist unmöglich, den Tätern vollständig aus dem Weg zu gehen.

Früher, als es noch keine Handys und kein Internet gab, mussten die Leute ihre Konflikte persönlich austragen. Das bedeutete, dass man mit demjenigen, mit dem man ein Problem hatte, reden musste, und zwar am Telefon oder von Angesicht zu Angesicht.

Im Netz läuft alles anonym ab

Im Internet läuft alles viel anonymer ab. Hier kann man alles „sagen“, was einem durch den Kopf geht. Da man seinen Gesprächspartner nicht sieht, ist es leicht, ihn zu beleidigen oder bloßzustellen.

Außerdem sind Nachrichten im Internet oft öffentlich, sodass sich auch noch andere Leute in den Streit einmischen können - so entsteht Cybermobbing.

Wir hatten die Möglichkeit, uns mit einigen Kindern zu unterhalten, die selber schon gemobbt wurden. Wir werden ihre Namen nicht nennen, aber trotzdem berichten, was sie zu erzählen hatten:

Wird man plötzlich gemobbt, führt das zunächst zu großen Problemen und Ängsten bei den Opfern. Sie fühlen sich alleine, unsicher, traurig, verletzt und wütend. Oft ist zu Beginn nicht klar, wer da hinter steckt, sodass das Opfer gar nicht weiß, wer für das Mobbing verantwortlich ist.

Es ist sehr wichtig, sofort die Hilfe eines Erwachsenen zu suchen, wenn man im Internet oder über das Handy bedroht oder beleidigt wird. Ansprechpartner können die Eltern sein, aber auch Lehrer, Polizisten, Familienmitglieder – eigentlich kann jeder helfen, du musst dich ihm nur anvertrauen. Wenn man keine Hilfe bekommt, kann Cybermobbing sehr schlimme Folgen haben. Die Opfer können Depressionen, Essstörungen und sogar Selbstmordgedanken entwickeln.

Was bewegt die Täter?

In unseren Gesprächen haben sich auch Kinder geäußert, die selber schon andere gemobbt haben. Sie haben erzählt, was sie dazu angetrieben hat: „Am Anfang habe ich das Ganze gar nicht so ernst genommen. Es war ein Spaß, den ich mitgemacht habe, ohne viel darüber nachzudenken, ob ich jemanden damit verletze. Außerdem war ich wütend, weil ich selber gehänselt wurde und wollte mich rächen. Wie blöd das war und wie sehr ich meine Mitschülerin damit verletzt habe, ist mir erst viel später klar geworden. Es gab mir ein Gefühl von Macht, jemanden so fertigmachen zu können, dass er nicht mehr zur Schule kommen wollte. Heute tut mir mein Verhalten sehr Leid und ich würde es nicht wieder tun.“

Durch die Gespräche mit Polizisten, Lehrern und Sozialarbeitern, aber auch durch die Diskussionen, die wir untereinander geführt haben, haben wir verstanden, wie Cybermobbing entsteht und was es für Auswirkungen auf die Opfer hat. Wir werden in Zukunft sicher darauf achten, auch im Internet respektvoll und höflich miteinander umzugehen; aufeinander Rücksicht zu nehmen und uns gegenseitig zu helfen und zu unterstützen, wenn jemand in Schwierigkeiten gerät.


Besuch in der Primarschule

Die Kunst, gute Fragen zu stellen

Von Alexander Schmidt


Zum ersten Mal beteiligt sich die Schule in Hinderhausen an dem von GrenzEcho und Promedia Maassen gemeinsam durchgeführten und aktuell laufenden Projekt „Zisch“ (Zeitung in der Schule). Ein Besuch.

„Was verdient ein Redakteur?“, „Wie vermeidet man Fehler in einem Artikel?“, „Würden Sie auf Pressereisen auch Ihre Familie mitnehmen?“, „Ist der Beruf nicht langweilig?“, „Haben Sie schon einmal einen Prominenten interviewt?“, „Wie viele Artikel schreiben Sie im Jahr?“ Die Schüler fragten „das Blaue vom Himmel“ herunter, mal blumig, mal witzig, mal ernsthaft. Ihr Wissensdurst war kaum zu stillen. Den Besuch eines Redakteurs hatten sie sich gewünscht, um aus erster Hand alles rund ums Zeitungsmachen zu erfahren. Wegen der geringen Schülerzahl lernen die Kinder des 4. bis 6. Schuljahrs gemeinsam in einem Klassenraum. Fast alle Fragen kann ich zufriedenstellend beantworten. Doch immer wieder fragen die Schüler so geschickt, dass ich mich und meine Rolle als Redakteur selbst reflektieren muss. Manche Frage ist nicht leicht zu beantworten, denn nach vielen Jahren Arbeit in Zeitungsredaktionen ist für mich vieles zur Selbstverständlichkeit geworden. Keine Frage: Die Schüler haben Potenzial, können gute Fragen stellen, um etwas herauszufinden, was man vielleicht nicht gesagt hätte. Und darum geht es ja letztlich beim Journalismus.

 

„Ist da jemand extra nach London gefahren, um den Artikel zu schreiben?“

 

Die Schule Hinderhausen ist mit 33 Primarschülern und 18 Kindergartenkindern sehr klein, liegt kaum zehn Kilometer von St. Vith entfernt. Hinterm Mond ist das nicht, denn gleich vor der gegenüberliegenden Kirche steht der Eiffelturm, zugegeben aus Pappmaché. „Wir hatten zuletzt in einem Projekt das Thema Paris aufgegriffen und der Turm ist ein Ergebnis davon“, erklärt Lehrerin Caroline Müller.

Nach einer Stunde sind schließlich viele, doch längst nicht alle Fragen der Schüler beantwortet. Und endlich „darf“ auch ich etwas fragen: „Was interessiert euch denn in der Zeitung am meisten?“ „Sport, Lokales und die Witzseite“ kommt es wie aus der Pistole geschossen heraus. Was um sie herum passiert, interessiert sie schon, vor allem natürlich, wenn über sie selbst berichtet wird, wie zuletzt über ihre Müllsammelaktion. Dann nehmen sie die aktuelle Zeitungsausgabe hervor und schauen sich das GrenzEcho genau an. Schon der Vorbericht zu den Wahlen in England wirft Fragen auf. „Ist da jemand extra nach London gefahren, um den Artikel zu schreiben?“ will ein Junge wissen. Und schnell kommen wir auf das Thema Presseagenturen, die in fast allen Ländern sogenannte Korrespondenten beschäftigen. Reuters zum Beispiel ist eine der ältesten Agenturen, 1850 in Aachen gegründet. Paul Julius Reuter übermittelte damals noch mit Hilfe von Brieftauben Aktiendaten zwischen Aachen und Brüssel.

 

Warum stehen die Wasserbüffel auf dem Titel?

 

Warum die „Wasserbüffel“ auf der Titelseite sind, verstehen die Schüler nicht. Die Erklärung, dass man solche Tiere nicht alle Tage sieht und die Leser neugierig machen soll, überzeugt sie.

„Die Kinder sind begeistert bei der Sache, sind stolz, wenn sie jeden Tag ihre eigene GrenzEcho-Ausgabe mit in die Schule bringen. Die Kinder lesen gerne. Anfangs haben sie zwar mehrheitlich nur die Schlagzeilen gelesen, doch schon bald wollten sie auch wissen, worum es in den Artikeln geht, wer sie geschrieben hat, was sie bedeuten und so weiter“, berichtet die Primarschullehrerin Jenny Brüls.

Die Schüler tauschen sich auch intensiv aus über das, was sie gelesen haben.

Auch mit dem von Promedia Maassen zur Verfügung gestellten Unterrichtsmaterialien haben die Lehrer bereits intensiv gearbeitet. „Sehr gut angekommen ist zum Beispiel die Schlagzeilenjagd, bei der die Schüler herausfinden müssen, wo steht was. Es lässt sich hervorragend in den Unterricht einbinden“, findet sie.

Auch an das Schreiben von Artikeln wollen sie sich jetzt heranwagen. Übung haben sie, denn das freie Schreiben mit oder ohne Themenvorgabe wird regelmäßig trainiert.

Geplant ist demnächst ein Besuch des Containerparks in Habay. Das wäre ein mögliches Thema für einen Artikel. Und fragen können die Schüler ja schon mal sehr gut.


Interview mit Wilhelm Maassen

Auf dem Stundenplan steht: Zeitunglesen

Von Alexander Schmidt


Kinder sind lesefaul? Nein, sagt der Medienpädagoge Wilhelm Maassen. Gerade Primarschüler seien für die Zeitung zu begeistern, wenn die Themen aus ihrem Alltag kommen. Sein Konzept beim Projekt ZISCH geht aber noch weiter: Es zielt auf mehr Selbstbewusstsein der Kinder und auf eine hohe Sozialkompetenz.

Vor zwei Jahren hat das GrenzEcho das medienpädagogische Institut Promedia Maassen aus Alsdorf mit der Weiterführung des Projekts „ZISCH - Zeitung in der Schule“ beauftragt. Nach dem Start des Projekts im Jahr 2013 sollte im Unterricht mit den Schülern bewusst die Lokalberichterstattung thematisiert werden.


Herr Maassen, als Lehrer haben Sie selbst erlebt, wie die Lesekompetenz der Jugendlichen abnimmt. Ist das ein junges Phänomen?

Nein, ich habe in meiner Tätigkeit an einem Gymnasium in Grevenbroich schon festgestellt, dass die Schüler viel zu wenig lesen. Deshalb habe ich in meinen Unterrichten immer wieder Zeitungseinheiten angeboten. Das war, bevor ich mich 1989 selbstständig gemacht habe. Basierend auf diesen Erfahrungen habe ich auch später Promedia Maassen gegründet und gemeinsam mit meinem Team entsprechende Konzepte für diverse Tageszeitungen entwickelt.

Das Ziel von ZISCH ist aus unserer Sicht, dass die Kulturtechnik des Zeitunglesens nicht verloren geht.


Ist die Primarschule dafür überhaupt der richtige Ort?

Ja, absolut. In erster Linie wollen wir die Lese- und Medienkompetenz fördern, die Schüler ans Lesen bringen. Dabei nutzen wir vor allem den Umstand, dass die Lesebegeisterung bei Primarschülern noch sehr hoch ist. Doch wir wollen auch ihre Sozialkompetenz fördern, sie anregen, miteinander zu diskutieren, sich auszutauschen und dabei auch die Meinung des anderen respektieren. Und schließlich wollen wir ihre Handlungskompetenz stärken, sie ermutigen, ihr Selbstbewusstsein stärken.


Inwiefern?

Zum Beispiel wenn es darum geht, ein Interview zu führen, sich darauf vorbereiten, jemanden anzusprechen und so weiter, dann braucht es Mut und gute kommunikative Fähigkeiten. So war es etwa im vorigen Jahr, als Primarschüler aus Eynatten Interviews geführt haben, zum Beispiel mit einen Supermarktleiter. Unterm Strich soll ZISCH ja nachhaltig wirken, bei den Schülern dauerhaft die Lust auf Zeitung wecken.


Wie gehen Sie dabei didaktisch und konzeptionell vor?

Wir bieten zum einen keine standardisierten Materialien an, sondern erstellen für alle Zeitungshäuser, mit denen wir zusammenarbeiten, ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Konzept an, nach dem Motto „Aus der Region für die Region“. Alle Details sind vorher mit allen Beteiligten abgesprochen. Herz- und Kernstück unserer pädagogischen Arbeit sind natürlich die Unterrichtsmaterialien, die so konzipiert sind, dass die Schüler sich mit dem GrenzEcho ausführlich auseinandersetzen und auf diese Weise ihr Leseinteresse geweckt wird. So finden sich in den Materialien unter anderem aktuelle Texte aus dem GrenzEcho, die wir dazu nutzen, unterschiedlichste Kompetenzen zu fördern.


Kinder sind Einflüssen meist digitaler Medien ausgesetzt. Wie kann man Primarschülern dennoch die Papier-Zeitung nahe bringen?

Das Informationsverhalten hat sich stark verändert. Daher ist es ganz wichtig, den Schülern klarzumachen, welche Quellen sie zurate ziehen sollen, wenn sie sich informieren wollen. Infos finden sie überall im Netz, doch seriös und journalistisch geprüft sind sie letztlich auf Portalen von Tageszeitungen, die von speziell ausgebildeten Journalisten erstellt werden.

Ich persönlich sehe die Zukunft der Zeitung in der lokalen, regionalen Berichterstattung. Deswegen legen wir auch in den Unterrichtsmaterialien das Augenmerk darauf. Die Texte stammen dabei fast ausschließlich aus dem Lokalbereich der Zeitung, denn wir wollen die Schüler dort abholen, wo sie leben.


Welche Rückmeldungen erhalten Sie von den Schülern?

Na, vor allem die, dass die Kinder es immer schade finden, wenn das Projekt vorbei ist. Sie vermissen die tägliche Lektüre der Zeitung tatsächlich.


Und was sagen die Lehrer?

Die Lehrer schätzen die Materialien und sind froh über aktuelle Hintergrundinfos, auch fachdidaktischer Art. Am Ende des Projektes machen wir ein Abschlussseminar, wo wir die Anregungen und Kritiken zur Weiterentwicklung unserer Materialien gerne aufnehmen. Die Unterrichtsmaterialien erstellen wir jedes Jahr vollständig neu. Die Lehrer erhalten somit immer aktuelles Material, das sie in ihrer aktuellen Situation abfängt und das ihnen die Unterrichtsgestaltung erleichtert. Das ist unser Anspruch – wir möchten gerne aktueller und individueller als jedes Schulbuch sein.


Es zischt bald in den Schulen

Von Nathalie Wimmer

 

Zum dritten Mal wird das Projekt „Zisch - Zeitung in der Schule“ im Jahr 2015 durchgeführt. Schüler werden während mehrerer Wochen zu richtigen Journalisten. Es wird recherchiert, nachgefragt und geschrieben. Die Artikel erscheinen danach im GrenzEcho.

 

Im vergangenen Jahr haben 32 Klassen von 14 Schulen mit rund 360 Schülern am Projekt Zisch teilgenommen. Die Schüler wurden von insgesamt 21 Lehrern betreut.

Die unterschiedlichsten Themen wurden ausgearbeitet. Eine Schülergruppe war mit einem Tierarzt unterwegs, andere schauten dem Förster über die Schulter und durchstreiften mit ihm den Wald. Auch eine Backstube, ein Supermarkt oder der Tresorraum einer Bank wurden von den Jungjournalisten genau unter die Lupe genommen.

Die 12-jährige Melanie Fassbender aus der Primarschule Eynatten war eine der Teilnehmerinnen. Ihr hat das Projekt gut gefallen. „Wir haben das Thema selber ausgesucht. Und es war interessant, Interviews zu führen. Es war toll, dass danach auch andere durch den Artikel von unserem Thema erfahren haben“, berichtet sie. Mit ihren Mitstreitern hat sie eine Reportage zum Thema „Haarschnitt mit Herz“ geschrieben. Dabei ging es darum, dass aus Haarspenden Perücken für krebskranke Frauen entstehen können.

Melanies Klassenkamerad Miguel Gomez fand es besonders spannend, als Jungjournalist Orte zu erkunden, an die man sonst nicht hinkommt. Mit seiner Gruppe hatte er während des Zisch-Projekts die Geheimnisse des Eynattener Delhaize gelüftet. Louis Piel sieht es ebenso. Auch ihm hat es gefallen, neue Wege einzuschlagen und mit Menschen ins Gespräch zu kommen, mit denen man sonst eher selten die Gelegenheit zum Austausch hat. „Wir hatten die Chance den Rennfahrer Thierry Neuville zu interviewen. Es war toll ihn in Wirklichkeit zu sehen und mit ihm zu sprechen.“ Keine Frage, auch in diesem Jahr will die Klasse wieder mitmachen.

Das Ziel des Projektes wurde also erreicht: Es geht nämlich darum, junge Leser mit Spaß an das Medium Zeitung heranzuführen. Toni Lancé von der Firma Promedia Massen, die das Projekt Zisch leitet, erklärt dazu: „Gerade in Hinblick auf unsere bestehende Medienvielfalt ist es für Kinder wichtig, so früh wie möglich auch mit dem Medium Tageszeitung in Kontakt zu kommen. Das geschieht in vielen Haushalten leider nur unzureichend, wenn überhaupt. Die Kinder sollen die Zeitung als Basismedium kennenlernen - ein Basismedium, das ihnen verlässliche und sauber recherchierte lokale, regionale und überregionale Informationen bietet - und das jeden Tag aufs Neue.“ Obschon das Projekt bereits zum dritten Mal an den Start geht, wurden für das Jahr 2015 Neuerungen eingebaut:

Es gibt eine projektbegleitende Website, auf der alle Schülertexte veröffentlicht werden. Die Artikel der Schüler erscheinen also nicht nur im GrenzEcho, sondern auch online auf der eigenen Website.

Das Ministerium der DG erkennt das Vorbereitungs- und Abschlussseminar als Lehrerfortbildungen an.

Der Start des Projekts wurde auf Wunsch der Lehrer weiter nach hinten auf die Zeit nach Ostern verschoben, um Terminengpässe zu verhindern.

Es gibt neues Unterrichtsmaterial, mit aktuellen Texten aus dem GrenzEcho, das die Lehrer während des Projektes nutzen können.

Wie in den letzten Jahren wird das Projekt von der KBC Bank & Versicherung und der Freien Krankenkasse finanziell unterstützt.

Das Projekt startet im Frühjahr 2015. Vom 20. April bis zum 20. Juni bekommen alle teilnehmenden Schüler ein kostenloses GrenzEcho. In der Schule werden Texte daraus gemeinsam mit den Lehrern bearbeitet. Die Lehrer erhalten didaktisch aufbereitetes Unterrichtsmaterial mit abwechslungsreichen Unterrichtsvorschlägen. So können in den Klassen auf ganz spielerische Weise Lese- und Medienkompetenz gefördert werden. Im gleichen Zeitraum können die Schülerreporter auch aktiv werden. Sie greifen eigene Themen oder die Vorschläge der Sponsoren und der GE-Redaktion auf. Die Schüler können also Zeitung in entspannter Atmosphäre und ohne Leistungsdruck in der Schule kennenlernen.

Fragen zum Projekt "Zisch" bei Kerstin Kaufmann von Promedia Massen (kerstin.kaufmann@promedia-maassen.de oder Tel.: 0049 2404 94 07 24).